... und was man als Deutscher kennen sollte, oder: Ein Fisch kennt kein Wasser...
1968 ist uns allen ein Begriff.
Nicht weil wir alle in der Schule waren und Zahlen aufsagen können und wissen, dass es sich hier um eine Jahreszahl handelt, nein, diese Zahl ist mehr als nur eine Jahreszahl, sie ist sozusagen ein
Programm.
Wer ein wenig Kopfrechnen betrieben hat, wird schon gemerkt haben, das besagtes Programm sich heute zum vierzigsten Male jährt, es ist sozusagen das große Dutschke & Co Jubiläum. Der natürlich
würde sich im Grabe umdrehen, würde er solche Phrasen hören.
Dutschke und seine Mitstreiter, so hätte er das genannt, seine "Berufrevolutionäre" verstanden sich als Bewegung, keineswegs als "Company", die Konzerne, das waren die Bösen, die, die das
Imperialistische Amerika bedienten und immer noch von pseudo-entnazifizierten Männern geführt wurden...
Und Jubiläum?
Sieht man in die deutsche Medienlandschaft, so ist man sich offensichtlich nicht einig, ob Jubiläum des Aufbruchs oder der Befreiung von Krawalle und Autoritätenuntergrabung. Noch heute sind die 68
er, ein "Titel", den sie den Medien verdanken, für die einen der Anfang der deutschen Demokratie, für die anderen schlichtweg an allem Schuld. An Disziplinslosigkeit und Sittenlosigkeit und so
weiter....
Und wir?
Wir sind wohl zu jung, um nachvollziehen zu können, wie weit die Veränderungen jener Generation gegriffen haben, wir wissen nichts vom Wasser, wie der Fisch, der nichts anderes kennt.
Ein Nachteil? Keinesweges. Wir können, im Bilde gesprochen, das Wasser neu begreifen, weil wir nicht von alt her sind. Wir könne 68 aus der Distanz objektiv, relativ, betrachten.
Geschichte macht keinen Sinn? Nein. Viele machen für Geschichte keinen Sinn.
Oder wie sagt man so schön? Sie leben ein Loch in die Welt.
Und Dutschke?
Der hatte für die "Mündigmachung", für "Selbstorganisation" gekämpft. Die "Aufklärung und Aktionen" brachten dann auch die bis heute andauernden Reaktionen mit sich. Und würde er heute noch
leben, hätte er umso mehr zu tun, denn schon damals kämpfte man gegen den unpolitischen, desinteressierten Normalbürger, der Abends lieber ein wenig Tagesschau sah,
oder einen Blog schreibt...